Wenn Blau in Gelb fließt... - Allianz Waldsassengau
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Pressebericht zum Forum der Öko-Modellregion Waldsassengau am 23.01.18 im Gasthaus Krone, Helmstadt.

Wenn Blau in Gelb fließt… entsteht Grün. So das Motto des Forums, zu dem die Öko-Modellregion Waldsassengau am vergangenen Dienstag in Helmstadt geladen hatte. Rund dreißig „grüne“ Akteure aus dem Raum Würzburg kamen zusammen, um gemeinsame Schnittmengen zu erarbeiten.

Zu Beginn präsentierte Jochen Diener, Projektmanager der ÖMR, die Ergebnisse der bisherigen Netzwerkarbeit. Eine breite Palette an Veranstaltungen und Aktivitäten wurde im vergangenen Jahr geboten, was vor allem dem Engagement der beteiligten Landwirte und weiterer Akteure zu verdanken ist. Sie hätten weder Zeit noch Mühen gescheut, um sich bei Fach- und Publikumsveranstaltungen mit ihrem Fachwissen und Erfahrungsschatz rund um den Öko-Landbau zu präsentieren. Neben zahlreichen Hof- und Felder-Führungen, begrüßten sie Delegationen aus Baden-Württemberg und Hessen und waren Gastgeber für das Netzwerktreffen der zwölf bayerischen Öko-Modellregionen auf dem Benediktushof in Holzkirchen. Ein gemeinsamer Vermarktungs-Flyer sowie ein Kalender wurden gestaltet, die Region zu Fuß und per Fahrrad ganz neu kennengelernt und entlang zahlreicher Feld- und Wanderwege erfreuten Blühstreifen Spaziergänger und Insektenwelt.
Bewährte Formate werden 2018 fortgeführt und neue Impulse u.a. im Rahmen der Würzburger Landesgartenschau gesetzt.
Nach der Rückschau auf das vergangene und dem ersten Vorgeschmack auf das vor uns liegende Jahr, boten Kurzvorträge einen Eindruck von der thematischen Bandbreite der Modellregion. Allianzsprecher Hans Fiederling betonte, dass er die Entscheidung für die Bewerbung als ÖMR nicht bereut, und die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzeptes zu seiner Zufriedenheit erfolgt. Der Waldbüttelbrunner Bürgermeister Klaus Schmidt wies auf die vielfältigen Möglichkeiten einer Gemeinde hin, gemeinsam mit BN, Bauhof, Landwirten und Förstern die Artenvielfalt vor Ort zu fördern. Einige Kilometer Biotopverbund, verjüngte und gepflegte Streuobstwiesen, ein eigenes Wildbienenprojekt, Blühflächen im Gewerbegebiet als positives Aushängeschild für die Gewerbetreibenden, aber auch die Bio-Versorgung in der Kita-Küche sowie die Umstellung zweier Landwirte auf ökologische Bewirtschaftung sieht er als Indizien dafür, dass das kommunale Netzwerk Früchte trägt.
Wie er als Umweltbeauftragter der Gemeinde Hettstadt die Menschen an einen Tisch und ins Gespräch bringt, stellte Gemeinderatsmitglied Klaus Gottschlich vor. „Gemeinsam wird vieles möglich, was für den Einzelnen undenkbar ist.“ bringt er seine Philosophie auf den Punkt. Mit BN, Förster, Bauhof und Landwirten wurden bereits im ersten Jahr des „Runden Tisches“ Blühflächen angelegt, Hecken gepflegt sowie schutzwürdige Eichen unter Schutz gestellt. Dieses Erfolgsmodell ist übertragbar auf jede Gemeinde und bringt viel ins Rollen, ist Gottschlich überzeugt. Hier setzen auch die Angebote der Main-Streuobst-Bienen eG aus Margetshöchheim an, deren Geschäftsführer Krischan Cords auf die bestehende Zusammenarbeit mit einigen Allianz-Gemeinden hinwies. Das Ziel sei es, die Kooperationen auszuweiten, um unsere wertvollen alten Streuobstbestände zu erhalten und zu verjüngen. Hierzu bedarf es Know-How, das die Genossenschaft u.a. im Rahmen ihres jährlichen Baumpflegekurses vermittelt.
Dass auch bürgerschaftliche Netzwerke einiges bewegen können und wie wichtig ihm speziell der Schutz unserer Trinkwasser-Ressourcen ist, erläuterte Walter Croneis dem Publikum. Es gilt Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Netzwerken herzustellen und zu verbinden - so können zusätzliche Synergieeffekte wirksam werden.

In die Arbeit des Anbauverbandes „Bioland“, bei dem die meisten Bio-Landwirte der Region angeschlossen sind, bot Regionalgruppenvertreter Thomas Schwab aus Remlingen Einblick. Nicht zuletzt dieses starke Netzwerk ermuntere viele Landwirte zur Umstellung auf den ökologischen Anbau. Fachberater Bernhard Schwab vom AELF Bamberg informierte abschließend über die aktuellen Umstellerzahlen in Unterfranken. Diese deuten darauf hin, dass sich die Bemühungen im Rahmen der bayerischen Initiative „Bioregio Bayern 2020“ bereits positiv auf die Umstellungsbereitschaft der Landwirte auswirken.

Der anschließende Austausch innerhalb des Forums wurde durch eine Vorstellungsrunde eingeleitet. Neben Bürgermeistern, (Bio-)Landwirten und Verarbeitern, waren Vertreter des BBV, des Würzburger Bergwaldprojektes, der Natur- und Landschaftsführer Mainfrankens, des BN sowie der Bayerischen Staatsforsten anwesend.
In der sehr konstruktiven Atmosphäre wurden neue, gemeinsame Vorhaben aus der Taufe gehoben. So ist u.a. ein Hafersorten-Anbauversuch geplant und es wird der Versuch gestartet, Emmer-Bier zu brauen. In einigen Gemeinderäten wird die Einrichtung eines Umweltbeauftragten diskutiert. Für die Allianz Waldsassengau wurde die Besichtigung einer Kompostierungsanlage angeregt, außerdem sollten sich die Gemeinden verstärkt mit dem Instrument des Öko-Punktekontos auseinandersetzen. Verbandsübergreifende Aktionen, z.B. zwischen BN und dem Obst- und Gartenbauverein, werden erwogen – beide kämpfen in vielen Gemeinden um Nachwuchs. Werden hier Kräfte gebündelt, können beide Seiten profitieren. Oft sind die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden, werden aber nicht in Maßnahmen investiert.

So bunt und vielfältig die „grünen“ Themen der Region sein mögen, sie erfordern die Kommunikation zwischen den Akteuren und den Aufbau lokaler wie regionaler Netzwerke. Die Öko-Modellregion Waldsassengau kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Nähere Informationen zu aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter www.oekomodellregionen.bayern.