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Schönster Sonnenschein lockte über 70 Wanderlustige am vergangenen Sonntag nach Helmstadt, um dort den Kulturweg „Waldsassengau 1“ zu entdecken. Eingeladen hatten neben dem Markt Helmstadt und der Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg auch die Öko-Modellregion Waldsassengau, die sich das Ziel gesetzt hat, in jeder der dreizehn Allianz-Gemeinden eine eigene Wandertour durchzuführen.

So ließen sich neben geschichtlichen und kulturellen Besonderheiten eines Ortes, auch die aktuellen ökologischen Themen rund um Land- und Forstwirtschaft erwandern und das Bewusstsein für die Region fördern, erläutert Projektmanager Jochen Diener das Konzept.

Schon der Name der Allianz Waldsassengau ist erklärungsbedürftig. Der Begriff Waldsassengau hat seine Wurzeln in der mittelalterlichen Karolingerzeit des 8. – 9. Jahrhunderts. Damals gab es den ostfränkischen Gau der Waldsassen, „Waltsazi“ genannt, der den östlichen Teil des Spessarts und das Gebiet zwischen Mainviereck und Maindreieck umfasste. Zur wachsenden Bekanntheit dieses historischen Begriffs tragen auch die Kulturwege des Spessartbundes bei. Mittlerweile wird bereits am sechsten Kulturweg Waldsassengau gearbeitet, der 2019 in Uettingen eröffnet werden soll.

Der Helmstädter Kulturweg Waldsassengau 1 „Zwischen allen Fronten“ greift u. a. die Geschehnisse des sog. Bruderkriegs von 1866 auf, als es rund um Helmstadt zu erbitterten Gefechten zwischen bayerischen und preußischen Truppenteilen kam. Heimatpfleger Bernd Schätzlein weist außerdem auf Kreuze und Bildstöcke in der Landschaft hin, die noch heute den Verlauf einer alten Handelsroute, der Geleitstraße Frankfurt-Miltenberg-Nürnberg kennzeichnen. Vinzenz Bauer erläuterte Bau und Funktionsweise des alten Brennofens, der noch bis 1952 in Betrieb war und in dem Mauer-, Weiß- und Putzkalk gebrannt wurde.

Am höchsten Punkt der Wanderung wurden die Teilnehmer mit einem herrlichen Blick über Helmstadt belohnt und erfuhren von Bürgermeister Edgar Martin mehr über die Windkraftanlagen in der Gemarkung Helmstadt sowie die geologischen Besonderheiten der Region. Bei der anschließenden Durchquerung des Waldes informierte Förster Timo Renz von der Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg über das Ökosystem Wald und seine Bedeutung für Klima und Artenvielfalt, die nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die Wanderstrecke führte entlang einiger Felder von Bio-Landwirt Bernd Rappelt-Fiederling, der die Anbauprinzipien im Öko-Landbau sowie die Absatzwege seiner Erzeugnisse vorstellte. Am Ende der Wanderung wartete auf dem Biohof Rappelt-Fiederling eine heiße Suppe aus eigenen Kartoffeln auf die Wanderer. Die vielfältige Mischung aus historischen, kulturellen und aktuellen ökologischen Themen kam bei den Teilnehmern sehr gut an und das Interesse an weiteren Wanderungen dieser Art wurde laut.

„Unsere nähere Heimat mit ihren Besonderheiten zu erwandern – das ist eine gute Möglichkeit, die Region kennenzulernen, denn was man kennt, weiß man auch zu schätzen. Es schafft Nähe und ist ein guter Weg hin zur wichtigen interkommunalen Zusammenarbeit.“ fasst Helmstadts Bürgermeister Edgar Martin den gelungenen Tag zusammen.

Bilderleiste Wanderung