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Die Portraitaufnahme eines zufriedenen Schweins war wohl das Bild des Abends. „Diese Zufriedenheit ist zu spüren und überträgt sich auch auf mich als Landwirt.“ bestätigt Eberhard Räder aus Bastheim in der Rhön den Eindruck der rund 80 Zuhörer – überwiegend Landwirte aus der Region Würzburg, die sich Gedanken darüber machen, ob ihre Betriebe für eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft geeignet sind und ob sie diesen Schritt wagen sollen. 

Schon im Grußwort betonte der Sprecher der Allianz Waldsassengau, Hans Fiederling, die Chancen für den ländlichen Raum, aber vor allem für die hiesige Landwirtschaft, die der Öko-Landbau bedeuten kann. Während die Zahl der konventionellen Betriebe seit vielen Jahren rückläufig ist, steigt der Anteil der Öko-Betriebe und reagiert damit auch auf die Nachfrage der Verbraucher nach regionalen Bio-Lebensmitteln.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten der Öko-Landbau in sich trägt und welche vielfältigen Blüten er treiben kann, präsentierte neben Eberhard Räder auch Junglandwirt und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Michael Stolzenberger aus Bütthard-Oesfeld. Auf seinem 40 ha Betrieb wachsen nicht nur Getreide und Leguminosen, er beweist Experimentierfreude und baut Kürbisse, Kohl, Rote Bete, Zuckerrüben, Möhren und Erdbeeren an. Selbst an die aufwändige Vermehrung von Möhrensaatgut hat er sich erfolgreich herangewagt. Handarbeitsintensiv sind alle seine Kulturen, daher benötigt er viele Hände, die beim Hacken, Pflücken und Ernten unterstützen. Gute Arbeit wird von ihm entsprechend vergütet und er beweist damit, dass eine nachhaltige Entwicklung, neben der ökologischen und ökonomischen Seite auch den sozialen Aspekt berücksichtigt.

Sowohl Räder als auch Stolzenberger ist die Lust und die Freude an ihrer Arbeit als Öko-Landwirte anzumerken. Dass die Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise allerdings nicht leichtfertig, sondern nach reiflicher Überlegung und fachlich fundiert vollzogen werden muss, verdeutlichte Bernhard Schwab, Fachberater für Öko-Landbau beim AELF Bamberg. Er wies in seinem Vortrag u.a. auf die Bedeutung einer gut geplanten Fruchtfolge hin, die einen ausreichenden Anteil von Leguminosen beinhalten muss, um Stickstoff aus der Luft im Boden binden zu können. Es bedarf Zwischenfrüchte, um die Bodenlebewesen zu ernähren und den Boden vor Erosion zu schützen. Ein Wechsel zwischen Sommer- und Wintergetreide, zwischen humuszehrenden und humusaufbauenden Kulturen ist einzuhalten. Hier vergleicht Schwab den Boden mit einem Bankkonto, von dem man auch nicht mehr abheben sollte, als vorhanden ist. Ein Umdenken in der Unkrautregulierung ist notwendig – Regulierung über die Fruchtfolge sowie der Einsatz von Striegel und Hacke halten die Unkräuter im Schach. Die Teilnehmer des Info-Abends bekamen von Schwab einen Umstellungs-Fahrplan an die Hand – wann ist der günstigste Termin, um umzustellen, damit möglichst zeitnah zertifizierte Bio-Ware vermarktet werden kann?

Die zahlreichen Fragen im Anschluss an die Vorträge bewiesen das große Interesse am Thema, aber auch die bestehenden Unsicherheiten. Letztlich braucht es ein ordentliches Maß an Überzeugung, um den Schritt der Umstellung zu wagen. Netzwerke wie die Öko-Modellregion oder die Anbauverbände helfen bei der Orientierung, bieten Beratung und vermitteln wichtige Kontakte zu anderen Öko-Landwirten. Biokreis Berater Gerald Kamphaus bekräftigte die zahlreichen Vorteile einer Verbandszugehörigkeit. Voneinander lernen und die Freude an der Landwirtschaft wieder zu entdecken – dazu ermunterte der Organisator der Veranstaltung, Projektmanager der Öko-Modellregion Jochen Diener. Beste Beispiele für eine gelungene Umstellung verkörperten die beiden Praktiker mit ihren eindrucksvollen und lebendigen Präsentationen. So seien „gut geführte Öko-Betriebe die beste Werbung für den Öko-Landbau“ wie Bernhard Schwab den gelungenen Abend auf den Punkt brachte.

Neuigkeiten aus dem Waldsassengau

    • 23.
      Januar

      3 Jahre Öko-Modellregion:
      Was wurde bisher erreicht,
      was sind aktuelle und zukünftige
      Themen und Aktivitäten?

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    • 18.
      Februar

      Wir laden Sie herzlich ein,
      mit uns den Kulturweg Waldsassengau
      in Helmstadt zu gehen

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